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Customized Cannonballs des Republic Gunships (Bau 2002)


Das Gunship von Kenner/Hasbro ist eigentlich ganz gut, getreu dem Filmvorbild, umgesetzt worden. Leider sparte man an den Geschützkugeln. Beim Schiff sind auch (wie bei den meisten Kenner/Hasbro Raumschiffen) keine Figuren dabei. Wenn man sich die Piloten dazu kauft, so ist jeweils in dem Kartenblister einer Figur auch noch eine Geschützkugel dabei. Diese kann mittels eines Schwenkarms und einer Einrasthalterung am Schiff befestigt werden. Das Schiff hat dazu auf jeder Schiffsseite zwei kleine Noppen zum anklipsen. Leider sind die Kugeln viel zu klein, unbemannt und nicht durchsichtig.

Ich möchte gerne Schritt für Schritt beschreiben, wie ich meine Geschützkugeln gebaut habe, damit Ihr sie selbst nachbauen könnt. Das Beste an dem Bau der Kugeln ist, dass Ihr
n i c h t s am Republic Gunship umbauen müßt! Der Grund dafür ist, daß die Anbauteile der Kenner/Hasbro Geschützkugel weiterhin Verwendung finden. Im folgenden möchte ich ein paar Begriffe definieren, damit Ihr im weiteren Verlauf der Bauanleitung versteht, was ich meine:

Die Geschützkugel besteht aus 8 Teilen:

1. Schritt: Kauf und Bereitstellung von Baumaterialien und Werkzeug

- 2 Clone Trooper von Kenner/Hasbro (entweder die Preview Figur oder den rot-weißen Commander)
- 2 komplette Sätze der Anbauteile der Geschützkugeln von Kenner/Hasbro
- 2 Acrylglas-Dekokugeln 8cm Durchmesser*
- 8 Blechschrauben (Maße: 2,2mm Schneidgewinde, 15mm lang)
- 3 Spiralbohrer (1x Durchmesser 3,5mm, 1x Durchmesser 2mm, 1x Durchmesser 1,7mm)
- passender Schraubendreher zu den Blechschrauben
- sehr flacher Schlitzschraubendreher
- Bastelmesser
- Kleine Handbohrmaschine
- kleine Feile
- Kraft-Seitenschneider
- Stabilit Express (2 Komponentenkleber)
- Vierkantholzstab (ca. 6mm x 6mm, Länge ca. 50 mm)
- Spachtelmasse
- weiße, graue und schwarze Modellfarbe
- blaues Klebeband (oder andere Farbe, für späteren "Bezug" des Figurensitzes)
- Messingwinkel (gleich lange Schenkel ca. 25 bis 30 mm, kann auch Stahl mit Messingüberzug sein.)

*Ich möchte zwar keine Schleichwerbung machen, doch könnt Ihr auf Nummer sicher gehen, wenn Ihr diese bei dem Baumarkt mit dem "O" kauft (O wie Obi-Wan). Dieser Baumarkt hat es dauerhaft im Angebot.

Ab dieser Stelle bitte ich, dass alle weiteren Schritte gründlich durchgelesen und gedanklich nachvollzogen werden, bevor man die Schritte praktisch nachvollzieht. So wird vermieden, dass wichtige Bauteile vorschnell weggeworfen werden!

2. Schritt: Bemalen der beiden Clone Trooper Figuren

Wohlgemerkt: In den Geschützkugeln sitzen ganz normale Clone Trooper, nicht die gelb-weißen Piloten!
Die Piloten gehören ausschließlich in die beiden Cockpitsitze, nirgendwo anders hin.
Entweder kauft man sich zwei Preview Clone Trooper, die in etwas verschmutztem Weiß sind, oder die rot weißen Commander (rot an Schultern, Helm und rote Punkte auf dem Brustpanzer).
Da wir ja wissen, dass die Republik-Armee in fabrikneuem Zustand von Kamino nach Geonosis flog, können wir keinen verschmutzten Clone Trooper brauchen. Ebenso saßen in den Geschützkugeln keine Commander Clone Trooper, sondern ganz normale weiße Trooper. Also kommen wir nicht um eine Lackierung der Trooper herum.

Ab hier beschreibe ich jetzt jeweils den Bau e i n e r Geschützkugel. Analog muß das natürlich auch für die andere Geschützkugel wiederholt werden. Bitte aber beachten: Alles muß exakt spiegelbildlich wiederholt werden. Es empfiehlt sich, dass Gunship neben den Arbeitsplatz zu stellen, und die Teile links und rechts neben das Gunship zu legen, die folgenden Schritte nochmals zu durchdenken und dann erst auszuführen.

3. Schritt: Zerlegen der Geschützkugel mit Anbauteile

Mit Bastelmesser und einem Schlitzschraubendreher spalten wir zuerst die Geschützkugeln an den Nahtstellen. Das ist nicht besonders schwierig, denn so sind sie von Kenner/Hasbro zusammengeklebt worden. Jetzt sind alle wichtigen Teile für uns frei geworden. Die Geschützkugelteile heben wir noch auf, sie helfen uns später als Vorbild für die Lackierung. Druckfeder und Kunststoffhülse im Innern der Kugeln brauchen wir nicht mehr.

4. Schritt: Verlängerung des Schwenkarms


Vor dem Umbau Nach dem Umbau


Da unsere Acrylglas-Geschützkugel einen größeren Durchmesser hat als die kleine Plastikkugel, muß der Schwenkarm länger werden, sonst können wir später die Kugeln am Schiff nicht nach vorne drehen. Also klipsen wir zuerst den Schwenkarm aus der Einrasthalterung. Dann bohren wir den Kopf des Scharniers mit einem Spiralbohrer von 1,7mm Durchmesser auf. Jetzt kann das Scharnier entfernt werden. Aber nicht wegwerfen! Das brauchen wir später noch!
Dann schneiden wir auf der gegenüberliegenden Seite der U-Nut des Schwenkarmes den Steg weg, der längs des Schwenkarmes verläuft. Jetzt legen wir den Schwenkarm flach auf eine gute Schneidunterlage. Anmerkung: (Mit Bastelmessern möglichst nie aus freier Hand schnitzen! Verletzungsgefahr!) Jetzt schneiden wir den Schwenkarm in zwei Hälften (siehe gestrichelte Linie im Bild). Dann schneiden wir ein ca. 25 mm langes Vierkanthölzchen zu und legen es in die U-Nut der beiden Schwenkarmhälften hinein, so dass die Enden des Hölzchens an den Nutenden der Schwenkarmhälften anstoßen. Nun fixieren wir das mit einem Klebeband. Dann bohren wir auf der gegenüberliegenden Seite der U-Nut mit 1,7mm Spiralbohrer durch die Schwenkarme und durch die Hölzchen und verschrauben diese mit 2 Blechschrauben. Wenn die Schrauben zu lange sind, können sie abgeknipst und verfeilt werden. Dann wird alles noch verspachtelt, verfeilt und in gewünschter Farbe bemalt.

Bild von der gegenüberliegenden Seite der Nut:


5. Schritt: Befestigung des Scharniers an der Geschützkugel

Zunächst schauen wir uns mal die Acrylglaskugel genauer an. Sie besteht ja aus zwei Kuppeln. Die eine Kuppel hat einen Rand, der etwas nach innen versetzt ist und in den Rand der anderen Kuppel gesteckt wird, der an der Außenkante der Kuppel ist. Dies ist für das weitere Vorgehen wichtig, da wir ja zwei Geschützkugeln bauen wollen und verhindert werden muß, daß zwei gleiche Hälften jeweils auf nur einer Seite sind. Dann könnten wir sie nicht mehr zusammen stecken und hätten uns ein klassisches Eigentor geschossen! Also Augen auf und die Kuppeln nicht verwechseln! Am Besten ist es, wir einigen uns darauf, dass wir zunächst die beiden Kuppeln zur Hand nehmen, deren Rand etwas nach innen versetzt ist. Diese bezeichnen wir als "Oberseiten" und schneiden sauber jeweils die Aufhängeöse weg. Für die weiteren Schritte benötigen wir zunächst die anderen beiden Kuppeln, deren Ränder an der Außenkante sind. Die sind die Kugel-Unterseiten. Deren Aufhängeösen müssen dran bleiben. Ganz wichtig!
Zunächst nehmen wir aber das Scharnier zur Hand und schneiden den kleinen Steg mit dem viereckigen Abschluß ab. Dieser war ja am Anfang noch in der Plastikkugel. Er wird nicht mehr benötigt.

Dann stecken wir das Scharnier wieder in den Schwenkarm und bohren ihn einmal senkrecht mit 1,7mm Bohrer durch und waagerecht bis zur vorherigen senkrechten Bohrachse. Danach legen wir die Kugel-Unterseite mit der Aufhängeöse auf das Scharnier im Schwenkarm und verschrauben die 3 Teile mit einer Blechschraube. Eine Schraube allein wäre aber zu unsicher. Deshalb bohren wir von der Innenseite der Kugel-Unterseite in Richtung der waagrechten Bohrung des Scharniers ein 2mm Loch durch das Acrylglas. Vorsicht! Jetzt nicht mehr durch das Scharnier! Nur das Acrylglas bohren. Dann verschrauben wir die Kugel-Unterseite von der Innenseite am Scharnier fest. Achtung! Schraube muß die richtige Länge haben und nicht zu lang sein, sonst stößt sie an die senkrechte Schraube. Senkrechte Schraube wird ggf. noch abgeschnitten und verfeilt.

6. Schritt: Einbau der Figur und der restlichen Geschützkugel-Anbauteile

Als Sitz für die Figur empfiehlt sich ein einfacher Messingwinkel, den man in jedem Baumarkt bekommt. Diesen umkleben wir in Längsrichtung mit einem Klebeband als "Sitzbezug" (sieht besser aus). Farbe ist fast egal, weil aus dem Film und aus den Büchern das nicht genau hervor geht. Ich nahm ein blaues Klebeband. Jetzt schrauben wir nochmal die waagrechte Schraube der Kugel am Scharnier ab und durch den Sitz, die Kugel-Unterseite wieder am Scharnier an. Dadurch ist jetzt auch der Sitz in der Kugel-Unterseite befestigt.


Dann bohren wir an der Vorderseite der Kugel-Unterseite etwa 6 mm unterhalb des Randes eine 3,5mm Bohrung. Jetzt stecken wir den Feuerknüppelschwenkarm durch die Bohrung und verkleben mit Stabilit Express die Feuermündungs-schüssel an der Außenseite der Kuppel-Unterseite. Ebenso verkleben wir den Feuerknüppelschwenkarm mit dem Verbindungsstück, das Verbindungsstück mit dem Feuerknüppel und den Feuerknüppel mit den Händen (oder auch nur einer Hand) des Clone Troopers. Jetzt ist in der Kugel-Unterseite alles fest und kann nicht mehr "vagabundieren".
Nun werden diese Teile noch schwarz bemalt. Dann setzen wir die Kugeloberseite auf die Kugelunterseite.

7.Schritt: Bemalen der Kugel

Dies ist der einzige Bauabschritt, den ich nicht ausführlich beschreiben möchte, da es sicherlich Leute gibt, die hier mit wesentlich mehr Geduld an die Sache heran gehen, als ich es vielleicht getan habe. Zunächst möchte ich aber sagen, daß es fast der Quadratur des Kreises gleich kommt, eine Kugel zum Lackieren abzukleben. Wäre es ein zylinderförmiger Körper, wäre es kein Problem. Da es aber eine Kugel ist, also ein Körper mit Rundungen in alle Richtungen, habe ich frustriert auf das Abkleben der Kugel verzichtet. Vielmehr nahm ich mir optimistisch einen Vorfahren meiner Heimatstadt Nürnberg, nämlich Albrecht Dürer, als Vorbild, der es schaffte, ohne Zirkel einen exakten Kreis zu zeichnen. Ich klebte nur an der Ober- und der Unterseite der Kugel ein paar Streifen an markanten Stellen als Hilfslinien und verband diese mit einem Faserstift. Dann entfernte ich die Streifen und bemalte die Kugel schließlich an den gewünschten Stellen grau.

Dann klipste ich meine Geschützkugeln an das Gunship und wurde mit folgendem Anblick für meine Arbeit belohnt:



© Thomas Riedel 2002


 

 

 

 

 

 

 

 

 

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